Inzwischen hat die digitale Volumentomografie (DVT) in der Zahnmedizin zentralen Stellenwert. Die von ihr erzeugten hochauflösenden dreidimensionalen Bilder sind essenziell für die präoperative Planung und die postoperative Evaluation von Implantaten. Unabhängig von ihren Vorteilen unterliegt die DVT jedoch aufgrund von Artefakten gewissen Einschränkungen – insbesondere bei Vorhandensein von Metallimplantaten –, welche die Bildqualität verschlechtern und die Diagnostik sowie die chirurgische Planung erschweren. Durch Artefakte entstehen erheblich Probleme bei der präzisen Beurteilung periimplantärer Strukturen und umgebender Gewebe. Die bislang vorhandenen Lösungen, wie Anpassungen der Strahlenexposition sowie Korrekturen seitens der Hard- und Software, sind teilweise wirksam, können Artefakte jedoch in zahlreichen Fällen nicht komplett eliminieren. Künstliche Intelligenz (KI) bietet hier einen neuartigen Ansatz, indem sie Artefakte mithilfe von Deep-Learning-Algorithmen wirkungsvoll identifiziert, korrigiert und sogar vorhersagt. Der Einsatz von KI ist zwar vielversprechend hinsichtlich der Verbesserung von Bildqualität, diagnostischer Präzision und Betriebseffizienz, allerdings ist die Technik noch nicht ausgereift. Für die sichere und effektive Integration von KI in die dentale Bildgebung muss sichergestellt werden, dass das KI-Modell gut mit unterschiedlichen DVT-Geräten, Implantattypen und anatomischen Gegebenheiten zurechtkommt und dass es an unterschiedlichen Datensätzen trainiert wurde. Auch ethische Fragen müssen geklärt werden, um nicht die Sicherheit und das Vertrauen der Patienten aufs Spiel zu setzen. Zukünftig sollte sich die Forschung auf Hybridverfahren, welche KI und herkömmliche Verfahren zur Artefaktkorrektur kombinieren, sowie auf die Ausweitung der KI-Funktionen konzentrieren, damit sie Artefakte auch bei anderen bildgebenden Verfahren korrigieren kann. Durch diese Fortschritte werden sich die Präzision und die Einsatzbereiche der Implantologie weiter verbessern.
Die digitale Volumentomografie (DVT) ist ein modernes Bildgebungsverfahren, das in der Implantologie eine wichtige Rolle spielt. Die damit erzeugten hochauflösenden dreidimensionalen Bilder ermöglichen eine präzise präoperative Planung und postoperative Beurteilung. Durch das Bereitstellen derart detailgetreuer Informationen trägt die DVT dazu bei, die Operationsrisiken zu reduzieren, bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen und den Langzeiterfolg von Implantaten zu sichern (Bornstein et al. 2017; Fuglsig et al. 2024; Jacobs et al. 2018). Eine der größten Herausforderungen bei der DVT-Bildgebung sind jedoch Artefakte, insbesondere solche, die durch Metallobjekte wie Zahnimplantate verursacht werden. Derartige Artefakte sind auf dem erzeugten Bild sichtbare Strukturen, die am untersuchten Objekt nicht vorhanden sind. Im Grunde handelt es sich also um eine reduzierte Bildqualität. Solche Artefakte entstehen in der Regel, wenn die tatsächlichen Umstände einer Aufnahme, wie die Position oder das Material des aufzunehmenden Objekts, und die Scannereinstellungen von den mathematischen Modellen für die Erzeugung von 3D-Bildern abweichen (Schulze et al. 2011). Durch Metall erzeugte Artefakte manifestieren sich auf unterschiedliche Weise, verdecken dabei wichtige Bilddetails und beeinträchtigen die diagnostische Präzision. Somit ist die Auseinandersetzung mit diesen Artefakten entscheidend, um die Zuverlässigkeit von DVT-Aufnahmen in der Implantologie zu verbessern. Zum leichteren Verständnis der in diesem Artikel verwendeten Terminologie und ihrer klinischen Relevanz sind in Tabelle 1 die wichtigsten Begriffe, ihre Definitionen und ihre Bedeutung für die Implantologie aufgeführt.